Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Letztes Feedback

http://myblog.de/radprofi

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Lächeln statt überwintern

Zittern, kalt, es ist nicht auszuhalten. So sehe ich meine Mitfahrer, wenn ich an ihnen vorbeirausche und durch die kalten Straßen fahre. Bald ist es wieder soweit und der Sommer hat seine letzten Züge getan. Der Frost kommt bestimmt schneller, als so mancher denkt. Aber ich bin vorbereitet. Letzte Woche habe ich mir auf eBay ein Angebot für einen Sportkurs geangelt. Jetzt mögt ihr euch vielleicht fragen, was das mit dem Winter zu tun hat. Es ist doch aber ganz klar: Beim Sport kommt man ins Schwitzen und einem ist warm. Hinzu kommt außerdem, dass ein trainierter Körper im Winter nicht so schnell friert und man deswegen nie seine Fitness außer Acht lassen sollte!

Aber eigentlich bin ich nicht so der Winterfan. Lieber wäre mir der Winter in meiner Jackentasche, herauszuholen, wenn es mir lieb ist, aber wenn ich arbeiten muss, netter, warmer, nicht zu heißer Sommer mit Sonnenschein. Aber die Zeit wird jetzt wieder vorbei sein. Vielleicht haben wir Glück, und es gibt noch ein paar letzte warme Tage im September oder Oktober, man weiß ja nie. Wisst ihr, was mich am Winter am meisten stört? Die Laune der anderen Menschen. Was fällt denen eigentlich ein, so eine miese Fresse zu ziehen, wenn mal kurz die Sonne weg ist und ein paar Wolken sich den Himmel teilen. Ist ja nicht so, als wäre es ein halbes Jahr dunkel, zumindest nicht bei uns. Ich mag den Winter auch wegen der Kälte nicht, da kann ich sie ja verstehen, aber muss es wirklich so extrem nach außen getragen werden? Und diese Laune wird natürlich liebend gern an Fahrradfahrern und Kurieren ausgetragen. Die glauben alle, dass sie etwas Besseres wären, und lassen jeden Respekt und jede Form von Manieren hinter einem dicken Schrank verschlossen, der wahrscheinlich in ihrem Gehirn vereist ist. Ich denke nicht, dass es notwendig ist, so übel gelaunt aufzustehen und den Tag aller anderen mitzuvermiesen. Ein nettes Lächel hat bisher immer Wunder gewirkt, auch in der eigenen Stimmung. Ich finde, wir sollten keine Schweigeminuten einlegen, sondern Lächelminuten, und zwar jeden Tag.

20.9.12 14:34


Werbung


Träume eines Fahrradkuriers

Wisst ihr was mir wirklich Angst macht? Das Älterwerden. Immerhin habe ich einen Beruf, der körperlich schon ziemlich anspruchsvoll ist. Ich meine na klar, ich muss nicht schwer heben und arbeite nicht auf dem Bau. Trotzdem bin ich jeden Tag in Bewegung und lege mit meinem Rad mehrere Kilometer zurück. Das hält einen natürlich auf gewisse Weise auch fit, aber auf der anderen Seite wird irgendwann der Punkt kommen, an dem mein Körper dieses Pensum nicht mehr aushält. Und dieser Tag kommt sicherlich nicht erst mit dem Rentenalter, sondern weitaus früher, Somit ist mir klar, dass dies nicht der Job sein kann, den ich mein Leben lange mache, aber mit Alternativen beschäftige ich mich da noch nicht, jetzt genieße ich den Beruf erst einmal in vollen Zügen.

Als Kind wollte ich immer Rennradprofi werden, doch irgendwie sollte das nie klappen. So hab ich schon immer mit meinem Vater die Tour de France verfolgt und auch bei den Olympischen Spielen die Radsportkämpfe mit besonderer Brisanz verfolgt. Doch leider hab ich erst zu spät damit angefangen mich selbst für Profiräder zu interessieren und richtig zu trainieren. Ich fuhr bei ein paar Amateurwettkämpfen mit, aber hatte selbst da keine Chance. Einziges sportliches Erfolgserlebnis war dabei mal ein Triathlon. Da war ich zwar auch am Ende nur irgendwo im Mittelfeld, soch bei der Disziplin auf dem Fahrrad war ich ganz vorne mit dabei und konnte somit zumindest zeigen, dass dies meine stärkste Disziplin ist. 

Nun konzentriere ich mich völlig auf meinen Beruf und bin nicht mehr gewillt auf sportlicher Ebene Höchstgeschwindigkeiten zu erreichen. Ich nutze das Rad dann eher für Ausdauertraining und fahre mehrere Stunden am Stück. Ich weiß viele können es sich nicht vorstellen, aber nachdem ich die ganze Woche auf dem Rad sitze bin ich auch am Wochenende viel mit diesem unterwegs.

12.9.12 10:17


Die Straßen sind mein

Als Fahrradkurier sehe ich so einiges auf den Straßen. Ich mag zwar schnell unterwegs sein, aber das heißt nicht, dass mir vieles entgeht. Gestern fuhr ich auf der Hauptstraße entlang und wollte an der nächsten Kreuzung abbiegen, da konnte ich mir schon ganz deutlich vorstellen, was als nächstes passieren würde. Ein Auto fuhr an die Kreuzung heran und machte eine leichte Bewegung nach rechts. Es war eindeutig. Ein Abbieger, der vergessen hatte, den Blinker anzumachen. Zur gleichen Zeit schnellte die Ampel auf Gelb. Und da war der fatale Moment. Das Auto neben mir war direkt hinter dem blinden Abbieger und hatte offensichtlich den minimalen Drall zur rechten Seite nicht bemerkt. Um noch bei Gelb mit über die Ampel zu kommen, gab der Wagen Gas. Ich hingegen bremste sofort. Es war keine Sekunde, bis sie ineinander krachten. Der Abbieger wollte auf mich warten und hatte gebremst, obwohl er schon auf der Fahrradspur stand. Wäre ich einfach weitergefahren, hätte er auch anhalten müssen und durch den Stoß nach vorne hätte er mich auch komplett erwischt. Warum ich diese Geschichte erzähle? Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass mir auf der Straße mittlerweile niemand mehr etwas vormachen kann. Für den Beruf bin ich wohl einfach geboren. Trotzdem frage ich mich, was ich tun werde, wenn ich es körperlich einfach nicht mehr schaffe. Ich gehe davon aus, dass das noch ein paar Jahre hin ist, aber man weiß ja nie, oder? Wie man gesehen hat, konnten die beiden auch nicht ahnen, dass sie zusammenprallen würden. Und trotzdem ist genau das geschehen. Aber sie waren auch selbst schuld. Wäre ich gemein gewesen, hätte ich ihnen noch einen Zettel gegeben, wo draufsteht: Eile mit Weile.
4.9.12 11:55





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung